Mittwoch, 21. Juni 2017

Utah- Zion Park und Hitzewelle

Nicht nur die Schweiz hat eine Hitzewelle, wir auch, und was für Eine. Diese Temperaturen sollten eigentlich erst Ende Juli Anfang August herrschen. Seit einer Woche 40 - 45° und nirgendwo gibt es einen Campground in den Bergen..................nur noch Wüstenklima! Wir hangeln uns von Campground zu Campground denn alle sind ausgebucht. Die Sommerferien haben definitiv begonnen, aber so für eine Nacht hat es meistens noch Platz.
Im März habe ich schon mal auf der Internet Seite nachgesehen ob es im Zion Park, Platz hat aber schon zu der Zeit war alles ausgebucht. Letzte Woche habe ich mal wieder nachgesehen und siehe da zwei Nächte 18-20. Juni hatte es eine Lücke sogar mit Elektroanschluss. Das ist wichtig für die Air Condition, denn ohne geht es bei 42° nicht mehr. 
Den Park besuchen an einem Ferienwochenende etwa 50'000 Besucher!

Zion Nationalpark
Der 2660 Meter hohe Gipfel des Horse Ranch Mountain ist der höchste Punkt im Park, der niedrigste mit 1117 Meter Coal Pits Wash, womit sich ein Relief von 1500 Meter Höhenunterschied ergibt.
Der Virgin River entspringt nahe dem Park auf rund 2700 Meter Höhe und mündet 320 Kilometer weiter südöstlich in den Colorado River,  heute im Stausee Lake Mead, nachdem er ein Gefälle von nahezu 2400 Metern durchlaufen hat. Dies macht ihn zu dem Fluss mit dem höchsten Höhenunterschied in Nordamerika.

Dieser Park ist anders als der Grand Canyon. Man sieht nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben.

Um 07.00h standen wir an der Gratis-Shuttlebus Station, noch im Schatten der Berge. Wir staunten als wir die Schlange von Menschen sahen. Am Sonntag mussten wir 20 Min. und am Montag 45 Min. anstehen. Privatfahrzeuge dürfen während der Hauptreisezeit vom April bis Oktober keine in den Park fahren.

 1. Tag 2. Tag

Von neun Haltestellen haben wir schon mal drei erkundet solange die Hitze noch erträglich war. Die Spazierwanderung von 1.5h war noch gänzlich im Schatten.







Der Campground liegt direkt am Virgin River. Zurück im Camper hörten wir Kindergelächter und Gekreische wie im Strandbad. Also die Badehose ausgepackt und los gings Richtung Fluss. Alle sitzen am, und vor allem im Wasser und kühlen sich ab, herrlich!  Ein  Betrieb wie an/auf der Aare im Hochsommer. Im Fluss sitzend kamen wir mit einer netten Schweizer - und Amerikanerfamilie  ins Gespräch. Fehlte nur noch der kühle Drink! 




  HERRLICH !!!



zweiter Tag:
Zuerst eine Wanderung von 1,5 h. Der Weg zu den Emerald Pools ist schön und führt mehrheitlich am Wasser entlang oder im Schatten der kühlenden Bäume hoch zum unteren Pool. Viel Wasser hat es natürlich nicht, aber trotzdem tröpfelt es, weiter spaziert bis zum "Grotto" Busstopp. Von da per Bus bis zur letzten Station.


Fluss-Wandern in "the Narrows"
The Narrows is the narrowest section of Zion Canyon, die beliebteste Wanderung des Parks.
Menschenmassen von Jung bis in's Senioren Alter wälzen sich dem Virgin River entlang bis zum Start der "Flusswanderung". Viele mit gemieteten Neopren-Schuhen und einem Holzstab dazu für das Gleichgewicht im Fluss.
Wir nehmen unsere Wanderstöcke und die Joggingschuhe. Die sind jetzt dafür vom vier- monatigen Staub reingewaschen. Die Socken ausgezogen, die Sohle raus und los geht's. Um die Mittagszeit scheint die Sonne bis in den Canyon.  Die Sonne knallt und die Füsse sind gekühlt! Wassertemperatur etwa 18°!
Alles in Allem haben wir etwa 1,5 h Wasser getreten. Besseres Wetter hätte man für diese Aktivität nicht haben können! Dieser Flussabschnitt ist gut begehbar und es hat richtig Spass gemacht. Für Super Outdoor Freaks gibt es die Hardcore Variante; 26Km in etwa 8 Stunden zu bewältigen.




Nach einem Stück Pizza im Park Restaurant gings zurück zum Campground in unseren "Fluss-Pool" .

.................. und jetzt wie weiter?  Heiss, heiss, heiss 43° und es wird nicht kühler!!!  Direkt nach Las Vegas, da kann man wenigstens in den "tiefgekühlten" Hotel-Lobbys oder den Spiel-Casinos rumhängen bis die ärgste Hitze vom Tag vorbei ist.
 Es gäbe noch Orte wo man hin könnte, zum Beispiel das "Valley of fire", aber die Schweizer Familie war dort und meinte die Hitze ist mörderisch!
Also, statt unterwegs noch im heissen Camper rumhängen wohl direkt nach Las Vegas....................... (  heute um 21.10 h noch 44°, Nachts richtige Tropennächte mit 31°!!!)





Donnerstag, 15. Juni 2017

Utah - little cottonwood canyon - Salt Lake City


vom Little Cottonwood Canyon, bis zum KOA Campground in Salt Lake City dauerte die Fahrt 45 Minuten.

Salt Lake City                        (v. Ruedi geschrieben)
Wer erinnert sich nicht an die Winterolympiade 2002 mit unserem Gold-Simeli Ammann aus „Underwater in Switzerland“. Heute erinnert nicht mehr viel an diesen sportlichen Grossanlass. Hier mal ein Olympiaplatz, eine Olympia Shopping-Mal oder ein Olympia Park. Aber die Stadt liegt natürlich schon sehr schön zwischen den Bergen und die Skigebiete sind in nur wenigen Minuten zu erreichen.


Aber vorallem ist Salt Lake City bekannt wegen dem Hauptsitz der Mormonen, oder wie sie richtig heissen: Die Kirche Jesus Christus der Heiligen der Letzten Tage.
Man merkt der Stadt an, dass hier sehr viel kirchliches Geld vorhanden ist. Alles ist sauber, grosszügig und irgendwie beschaulich, trotz der über 1 Mio. Einwohner.
Rund 40% der Bevölkerung sind Mormonen und liefern gehorsam ihren Zehnten des Einkommens an die Kirche ab. Dafür profitiert man dann als Tourist von Gratis öV, oder wie wir von einem kostenlosen Shuttlebus vom Campground ins Stadtzentrum.

Der Stadtkern besteht aus dem eigentlichen Tempel-Square. Hier beim Tempel (welcher als einziges Gebäude nicht besucht werden kann) beginnt die Stadt bei Km 0. Nachdem die Mormonen aus den Nordstaaten vertrieben wurden, erreichten Sie 1853 diesen lebensfeindlichen Ort in der Wüste. Joseph Smith der Gründer und Prophet dieser Kirche, hatte da die Eingebung an dieser Stelle müsse er den Tempel bauen. Der Bau dauerte 40 Jahre. Man holte die Granitsteine im Little Cottonwood Canyon.

Tempel-Modell der Innenansicht


Um den Tempel herum folgten dann der Tabernakel, eine kirchenähnliche Versammlungshalle und über die Jahre auch viele moderne Gebäude. Ein Conference Center mit 21‘000 Sitzplätzen und auf dem Dach ein 16‘000 m2 grosser Garten mit Wasseranlagen und lauter einheimischen Pflanzen und Bäumen.

begrüntes Dach.


Im Tabernakel, der eigentlichen Heimstädte des weltbekannten Tabernakelchores steht eine Orgel mit 11623 Pfeifen. Täglich wird einmal ein 30-minütiges Recital gegeben. Phantastische Akustik!


 

Und jeden Sonntag, seit 88 Jahren ohne Unterbruch wird eine Liveübertragung von „Music and the Spoken Word“ weltweit im Radio und Fernsehen übertragen bei welchem der Tabernakel Chor die Hauptrolle spielt. Das liessen wir uns natürlich nicht entgehen und besuchten diesen Auftritt. Hühnerhaut-Feeling war da nicht zu vermeiden. 360 Sängerinnen und Sänger mit einem Symphonieorchester. Das lässt niemanden kalt.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass diese Sachen alle kostenlos besucht werden können. Es gibt auch keine Kollekte oder ähnliches. Aber natürlich auch fast überflüssig zu erwähnen, dass man im ganzen Zentrum der Stadt, laufend von netten jungen Damen angelächelt und begrüsst wird. Sie wollen wissen, woher man kommt und was man hier macht. Sehr geschickt lenken sie das Gespräch dann auf ihre eigene Lebensgeschichte und natürlich wollen sie einem ein „Buch Mormon“ schenken. Dies sind die „Anfänger-Sisters“ in Sachen Missionieren. Wir kennen ja alle die nur mässig älteren, netten Männer, welche bei uns zum selben Zweck unterwegs sind. Die „Mädchen“ verpflichten sich 18 Monate lang hier am Hauptsitz alles über die Kirche zu lernen und gehen dann zurück in ihre Länder.
Wenn man sich den Staat Utah anschaut und mit anderen Staaten vergleicht, kann man dem System einen gewissen Erfolg nicht absprechen.

An unserem dritten Tag in der Stadt haben wir noch etwas Interessantes gefunden und ausprobiert. Die Familien-Geschichte-Bibliothek. Da es für die Mormonen sehr bedeutungsvoll ist, wer ihre Ahnen waren, haben sie die mittlerweile grösste Genealogie-Sammlung der Welt. Auch die wird einem gratis zu Verfügung gestellt und sie helfen einem bei der Suche. Also wollten wir mal schauen, was wir über die Klee’s herausfinden. Man könnte sich Tage damit beschäftigen. Wir konnten doch tatsächlich Microfilme der Ehe/Taufen- und Sterberegister von der Gemeinde Heiden/AR aus den Jahren 1839 – 1875 anschauen. Unglaublich was da an Informationen lagert. Und für alle Hobby-Genealogen hier noch der Tipp: Eröffnet ein Account bei www.familysearch.org und versucht euer Glück. Unheimlich spannend.
Nach diesen beschaulichen Tagen in Salt Lake City hatten wir nun definitiv auch unsere Ration Heiligkeit abgekriegt, welche uns sicher für den Rest der Reise noch begleiten wird.  






== noch etwas weltliches!!!

zum Abschluss haben wir mal unseren Camper vom 4 Monatigen Staub abgewaschen.

 
ganz sauber ist er noch nicht.


Jetzt geht's langsam wieder südwärt's Richtung Las Vegas . 

Gefahren sind wir auf der anderen Seite vom Lake Utah. Amerika erstaunt uns immer wieder wie schnell die Landschaft wechseln kann. Über eine Bergkette und dann ein Hochtal ohne Haus und Mensch, höchsten mal ein Rind.  Ab und zu ein kleine Siedlung und sonst nichts.


Jetzt sind wir auf einem kleinen Campground in Kanarraville, immer noch auf 1600M. Die Temperatur ist noch angenehm. Auch das Wi-Fi mal wieder sehr gut und man muss nicht 5 Min. warten um drei Fotos hochzuladen. 

Wir hatten Glück und bekamen hier den letzten freien Platz. Ende Woche geht's in den Zion Nationalpark. Auch hier haben wir zwei Nächte auf einem Campingplatz im Canyon ergattert. Mit unserem "kleinen" Camper haben wir meistens Glück, für den hat es noch einen Stellplatz im Vergleich zu den Riesendingern.